Übergewicht bei Hunden und Katzen

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Gewichtskontrolle bei Haustieren
Wie kommt es zu Übergewicht?
Katzen und Hunde überlebten viele tausend Jahre in freier Wildbahn nur deshalb, weil sie in Zeiten des Nahrungsüberschusses sehr leicht Körperfett bilden konnten. So konnten sie Perioden geringeren Futterangebotes überstehen. Wie sieht das nun heute bei unseren Haustieren aus?
Sie bekommen täglich nährstoffreiches Futter, bewegen sich weniger als ihre wilden Vorfahren und müssen auch nie Hungerperioden erleiden. So kommt es zu stetiger Bildung von Körperfett und damit zur Entwicklung von Übergewicht.
Welche Probleme verursacht Übergewicht?
Übergewichtige Heimtiere erkranken öfter an Diabetes mellitus, Arthritis und Herz-, Kreislaufproblemen. Hunde haben dadurch nachgewiesenermaßen eine um bis zu 2 Jahre verkürzte Lebenserwartung!
Wann spricht man von Übergewicht? Das Körpergewicht alleine ist oftmals nicht ausreichend, um übergewichtige Tiere zu erkennen. Meistens wird ein bestimmter Index herangezogen (BCS„ body condition score“). Auf einer Skala von 5 bedeutet 1 stark abgemagert, 3 idealer Körperzustand und 5 starkes Übergewicht. Der Tierarzt wird anhand des Gewichtes, der Körpersilhouette und der Menge an Unterhaut- und Bauchfett das Tier anhand der Skala einordnen und gegebenenfalls Diätmaßnahmen empfehlen.
Wie wird ein Diätplan erstellt?
Zu Beginn wird erhoben wie viel das Tier bis jetzt an täglichen Kalorien aufgenommen hat. Danach errechnet man einen Fütterungsplan der deutlich weniger Kalorien enthält. Im Idealfall sollten übergewichtige Tiere etwa 2% ihres Körpergewichtes pro Woche verlieren. Gerade zu Beginn einer Diät ist es jedoch oft notwendig, die Fütterungspläne immer neu zu adaptieren, so dass man regelmäßige Gewichtskontrollen einplanen muss. Möchte man sein Tier mit dem gewohnten Futter weiterfüttern, so wird das Tier möglicherweise mit der geringeren Futtermenge nicht auskommen (wollen). Daher ist es einfacher spezielle Diätfuttermittel anzubieten, die bei größerer Futtermenge weniger Energie enthalten als herkömmliche Futtermittel.
Und Belohnungsleckerlis?
Die sollten nie mehr als 10% des täglichen Kalorienbedarfes ausmachen und müssen genau in den Diätplan hineingerechnet werden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Leckereien wie Buttersemmeln, Wurst, Schinken etc.
Was ist mit Bewegung?
Nun da gilt das Gleiche wie für den Menschen: ohne ausreichend Bewegung hilft der beste Diätplan nichts. Das heißt für Hunde längere Spaziergänge, mehr Spielen, eventuell auch Fahrradtouren. Und Katzen? Die bekommen ein Bewegungsprogramm fürs Haus verordnet: tägliche Spielstunden mit dem Besitzer (ein Laserpointer an der Wand kann da bei manchen Katzen wahre Verfolgungsjagden auslösen). Eventuell kann man einen Teil des Trockenfutters über Spielbälle anbieten.
Es können einige Monate vergehen bis das Ziel erreicht ist und auch danach wird man immer weiter auf das Gewicht seines Tieres achten müssen – aber man wird mit lebenslustigeren und gesünderen Tieren für alle Mühen reichlich belohnt!